Dann hieß es: „ Oberkörper freimachen, Arme hocheben.“ Die Offiziere gingen durch die Reihen und diejenigen die ihre Blutgruppe unter dem Arm tätowiert hatten, ob Zivilist, Deutscher oder Ungar wurden wieder zurückgetrieben ins andere Lager.
Nun hatten sie mit Hilfe der Dolmetscher alle mit Blutgruppe gesammelt. Jetzt konnte ein paar Tage später der große Transport zusammengestellt werden. Ich konnte feststellen, dass die meisten Kameraden hier nach der Kapitulation in Gefangenschaft kamen. Hier von Jasy aus ging schon die Breitspur nach Russland. Wir waren mit 49 Mann in einem 20 Tonner Viehwaggon . Gegen Abend setzte sich der Zug in Bewegung. Nicht alle hatten Platz zum Liegen. So schlief man auch im Stehen.
Da mein Platz am kleinen vergitterten Fenster war, konnte ich jetzt meinen Zettel hinauswerfen,mit der Aufschrift „Ich Josef Rongisch bin unterwegs nach Russland. Bitte verständigen Sie Frau Maria Rongisch in Mosonzentpeter, Reitschulgasse.“
Die Fahrt ging weiter .
Ich wachte auf als der Zug ruckartig anhielt. Es war schon hell. Man hörte wie die Waggontüren aufgeschoben wurden. Es dauerte lange bis man endlich bei unserem Waggon die Tür aufschob. Nach einer Frühstücksausgabe sah das nicht aus, denn es standen einige Offiziere und Soldaten vor der Tür. Der Offizier gab den Befehl, dass alle in die eine Hälfte des Waggons gehen sollten. Die Soldaten sprangen rauf und fingen an den Waggon zu überprüfen. Da wir aber vor dem Abtransport gründlich gefilzt wurden, konnten sie kein Stich- oder Hebewerkzeug finden.
Das Toilettenloch so groß wie eine Kokosnuss am Waggonboden wurde zuerst überprüft. Nachdem sie die Diele nicht aufwuchten konnten, ging einer zum Waggonfenster, wo mein Brotbeutel am Eisengitter hing. Mit meinem Esslöffel fing er an das Eisengitter zu lockern. Es gelang ihm auch durch gewichten die Schrauben zu lockern. Nun versucht er seinen Offizier zu überzeugen, dass hier jemand versucht hatte, das Gitter zu beseitigen um zu fliehen.