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Ich war sehr schlank mit meinen 18 ½ Jahren aber durch diese Fensteröffnung wäre ich nicht gekommen. Aber den Ausbruchsversuch hatte der Offizier doch geglaubt. Er fragte sofort wem dieser Brotbeutel gehöre. Ich trat hervor und sagte : „mir“.
Er schlug mir den Beutel gleich ins Gesicht. Dann schnallte er seinen Lederkoppel ab und schlug mich damit ein paar Mal ins Gesicht. Als mir das Blut vom Gesicht lief zeigte er auf das Fenster und meinte, ob ich raus wollte.
Ich stand da uns sagte: „Nein.“
Er schlug weiter und fragt wieder. Ich schrie ihm ins Gesicht : „Nein.“
Er fragte die anderen Kameraden, doch es gab keiner eine Antwort. Darauf gab er den Befehl jeder einzelne musste wieder in die andere Waggonhälfte, dabei wurden sie mit den Koppeln und Gewehrkolben geschlagen und das ein paar Mal hin und wieder zurück in die andere Waggonhälfte. Er wollte unbedingt wissen wer sich am Fenster zu schaffen gemacht hat . Ich durfte in der Ecke stehen bleiben und bekam keine Schläge mehr. Als sie aufhörten gab es endlich was zu Essen.
Die Fahrt ging bald weiter und ein älterer Offizier von uns bot mir seine Dreieck-Zeltplane an, mit der ich mir eine provisorische Hängematte bauen konnte. Das tat ich auch.
Die Ringe an denen die Tiere beim Transport angebunden waren, waren ideal dafür. Ich lag also einige Tage in meiner Hängematte in der Luft und konnte gut schlafen. Die anderen Kameraden waren sehr froh darüber, denn dadurch hatten sie mehr Platz zum Liegen. Die Hitze und die schlechte Luft in dem Waggon waren wohl die Ursache, dass man die meiste Zeit schlief, besonders während der Fahrt. Deswegen merkte ich eines Nachts als ich aufwachte auch nicht gleich, dass ich auf den Kameraden da unten lag, die stöhnten und schimpften.
Durch das tagelange schaukeln in der hängenden Zeltplane rissen die Stricke und so landete ich eigentlich weich da unten. Die Nacht musste ich dann im stehen verbringen.

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