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Also mir ging es besser als den anderen. Ich hatte mich auch schon gut erholt. Durch meine Tätigkeit war ich bei der Lagerkommandatur wie bei den Wachmannschaften gut bekannt.

Wir durften sogar abwechselnd abends unsere Pferde außerhalb des Lagers weiden lassen. Es war so Ende August und ich war mit den Pferden auf der Wiese neben dem Lager. Der Posten auf dem Wachturm konnte seinen Scheinwerfer auf mich und auf die Pferde drehen. Trotzdem verspürte ich auf einmal, dass ich eigentlich fast frei war und abhauen könnte. Ich nahm mir vor beim nächsten Mal meine wichtigsten Sachen mitzunehmen, für den Fall das der richtige Posten auf dem Turm ist, der weniger mit dem Scheinwerfer kontrolliert. Ich dachte jetzt in der Ernte Zeit würde ich überall was zum Essen finden und so eine Gelegenheit müsste ich ausnützen.

Es war ein schöner Abend und inzwischen war es auch dunkel geworden. Der Posten auf dem Turm kümmerte sich kaum um mich und meine Pferde und ich dachte heute stimmt alles. Ich trieb unauffällig meine Pferde etwas weiter weg vom Wachturm und verschwand im Dunkeln. Ich rannte vielleicht ein paar Kilometer. Auf einmal blieb ich stehen und überlegte in welche Richtung ich überhaupt muss. Plötzlich bekam ich es mit der Angst zu tun und rannte zurück zu den Pferden. Die waren noch auf der gleichen Stelle. Ich trieb die Pferde sofort in Richtung Lager, denn es war schon gegen 10 Uhr abends. Der Posten auf dem Turm rief herunter ich soll nicht so weit weg mit den Pferden. Ich sage ihm: „die sind mir davongelaufen.“

Als ich im Lager auf meiner Pritsche lag, dachte ich lange nach, ob ich es richtig gemacht habe.

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