Wenn sie wollen kann ich dafür sorgen, dass Sie nach Mosonzentpèter entlassen werden. Ich sagte ich habe niemanden in Mosonzentpèter. Meine Angehörigen sind alle ausgewiesen worden. Er wollte wissen, woher ich das weiß. Ich sagte wir hatten in russischer Gefangenschaft alle Postverbindung mit unseren in Österreich oder Deutschland lebenden Angehörigen. Inzwischen sprach er besser deutsch als ich ungarisch. Er sagte es sind viele von uns da, die in den nächsten Tagen in die DDR entlassen werden, da könnte ich auch hin, wenn ich wollte. Ich verneinte es mit einem kopfschütteln. Die Kameraden, es waren nur wenige, wurden kurz darauf in die DDR entlassen. Am Ende waren nur wir die nach Österreich oder in die Bundesrepublik wollten hier.
Inzwischen ist es Spätsommer geworden und sie brachten uns nach Tiszalökzu den anderen Kameraden. Wir mussten am nächsten Tag mit den anderen zur Arbeit. Dieses Kraftwerk wollten sie mit uns noch fertig bauen. Die Landsleute hier hatten genauso wenig Kontakt mit der Außenwelt wie wir es hatten. Die Verbitterung wurde noch schlimmer, denn sie erhofften sich von uns etwas über unsere Zukunft zu erfahren..
Nun nicht genug, dass man uns der Freiheit beraubte, dass man uns dazu noch vor der Weltöffentlichkeit verschwieg, machte jedem von uns seelisch und moralisch schwer zu schaffen. Kein Wunder also, dass dieser Funke am 4. Oktober 1953 zu sprühen begann.
Die Geschichte des 4. Oktober 1953 ist ausführlich in dem von der Kameradschaft "Kameraden des 4. Oktober" herausgegebenen Buch „Gefangen, Geschunden, Verschwiegen“ zu lesen.