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Dieser 4. Oktober wurde von der Lagerleitung als Aussprachetag gewählt. Auf Grund der nachlassenden Arbeitsleistung wurde dem deutschen Lagerleiter berichtet, dass der die Vorbereitungen für die Lagerversammlung am Sonntag veranlassen soll.
Die Nachricht sprach sich schnell herum und es versammelten sehr viele in der Aussprache-Baracke. Gegen 10.00 Uhr kamen sie, der Oberleutnant und der brutale Lange wie er von uns genannt wurde und deren Begleiter. Die Reden der beiden Offiziere waren nur ausgerichtet auf die Ursache der nachlassenden Arbeitsleistung die wieder zum Anstieg gebracht werden mussten.
Die meisten Redner von unseren Kameraden empörten sich darüber, weil kein Wort von Entlassung oder Briefwechsel darin vorkam und wir standen den Ausführungen der beiden Offiziere interessenlos gegenüber.
Nur einige Kameraden die sich zu Wort meldeten und das Thema Arbeitsleistung für zweitrangig hielten, stellten die Frage, wie lange wir hier noch festgehalten werden und welche Bemühungen die Lagerleitung unternimmt, dass wir endlich entlassen werden.
Und warum wir keinen Briefkontakt zu unseren Angehörigen in Deutschland und Österreich haben dürfen. Wir sind schon fast drei Jahre verschwiegen und sogar in Russland hatten wir Postverbindung mit unseren Angehörigen.
Für die kommunistische Lagerleitung standen aber solche Wünsche nicht zur Debatte, denn das Kraftwerk muss fertiggestellt sein und dann stellt sich die Frage, ob die betroffenen Regierungen auch bereit sind euch aufzunehmen. Diese tiefe Enttäuschung und Bestürzung half uns nicht, denn somit war auch die Besprechung, die nicht zu ihren Vorstellungen passte, zu Ende.
Wir aber merkten wieder, dass wir bei denen als menschenunwürdige Sklaven sind.

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