Besonders dem hilfsbereiten Bürgermeister Schomlai. Er lud mich zum Schachspielen ein und so kamen wir uns näher, so dass ich noch vor Weihnachten durch ihn und durch den Gemeindepfarrer zu einer Kurerholung in Franz Schulz Heim im Helenenthal kam.
Davor hatte ich mit Hilfe des Bürgermeisters einen Antrag auf ein Visum für einen Besuch nach Deutschland gestellt.
Der Kuraufenthalt in dem schönen Wiener Wald bekam mir gut, so dass ich gern bereit war etwas Nützliches gleichzeitig mit einem kleinen Verdienst anzufangen. Da zu dieser Zeit der Gemeindediener erkrankt war, trug mir der Bürgermeister an ihn zu vertreten, was ich gerne annahm.
Zu dieser Zeit wurden die Dorfbewohner über amtliches und aktuelles informiert, durch den Gemeindediener mit seiner Trommel. Ich fuhr von Straße zu Straße und durch den Trommelwirbel kamen die Leute vor das Haus und horchten über die Bekanntmachung.
Ich rührte im wahrsten Sinne des Wortes die Werbetrommel bis zum 14. März 1954.
Da bekam ich mein langersehntes Reisevisum für die Ausreise nach Deutschland. Das es so lange dauerte lag daran, dass noch alle vier Besatzungsmächte also Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen in Wien waren.
Am 15. März 1954fuhr ich also mit meinem internationalen Visum nach Deutschland. Der Abschied von meiner Schwester und meinen Nichten viel mir sehr schwer, denn ich wusste sie trauern um mich und an eine baldige Rückkehr glaubten sie auch nicht. Ich kam also an diesem Samstag, den 15. März in Bietigheim an. Mein Bruder holte mich vom Bahnhof ab. Wir gingen zu ihm nach Hause. Für seine Familie war ich zunächst noch ein Fremder.