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Aber die Stimmung war und blieb auf Null, denn die Lügen kannten wir schon zu gut. Die Kommunisten waren noch schlimmer als die in Russland. Die Sonntagsredner und noch ein paar andere Kameraden waren von den Verhören noch nicht zurückgekommen.

Es vergingen zirka zwei Wochen und wieder hieß es an diesem Sonntag alles raustreten zur Versammlung in den Lagerhof. Nach einer Weile kamen die Herren vom Ministerium und gaben die Ursache des angeblichen Lageraufstandes vom 4. Oktober bekannt. Danach sollen die Gefangenen von einigen aufgepeitscht und zum Ausbruch auf dem Lager aufgefordert worden sein. Die Hauptschuldigen (so der mächtige Kommunist) kommen vor Gericht und werden verurteilt. Es war leider so, dass der deutsche Lagerkommandant und ein paar Barackenälteste zu fünf Jahren verurteilt wurden. Dann nahmen sie die nächste Liste und lasen die Namen derer vor, die nach Österreich wollten und 100 Kameraden die nach Deutschland wollten. Nach ein paar Tagen wurden wir namentlich zur Heimfahrt aufgerufen. Fast jeder von uns saß schon einige Male im Zug und es hieß Kamerad Damoi (nach Hause). Am Ende landeten wir in einem anderen Lager, oder wie zuletzt in 1951 in Budapest im Gefängnis, wo wir wie Schwerverbrecher behandelt und misshandelt wurden. Deswegen war es auch verständlich, dass wir so misstrauisch waren. Während der Fahrt waren wir auch noch sehr niedergeschlagen.
Besonders als der Zug für längere Zeit in (Moson) Wieselburg nur 14 km weit von meinem alten Heimdorf St. Peteranhielt. Der Begleitsoldat frage mich, warum ich nicht spiele auf meiner Mandoline, die ich zwischen den Füssen eingeklemmt hatte. Er bekam von mir keine Antwort, denn ich war fast neun Jahre in Unfreiheit und konnte es immer noch nicht glauben, dass ich endlich ein freier Mensch bin.

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