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Gegen Abend kam der Zug wieder ins Rollen, aber nur eine kurze Strecke und kaum harte er gehalten stiegen ein paar Herren in Zivil ein. Sie gingen durch die Waggons und begrüßten uns in der Freiheit in Österreich. Bis nach Bruck an der Leitha war es nicht mehr weit, so dass wir uns von unseren Kameraden die nach Deutschland fuhren verabschiedeten.
Die Begrüßungsansprache im Brucker Bahnhofsaal hielt der Landsmann Michael Kracher.
Nach einem kleinen Umtrunk ging ich hinaus auf mein wartendes Krankenfahrzeug. Nachdem wir den Harrer Friedl in Neusiedl bei seinen Eltern abgeliefert hatten, ging die Fahrt weiter nach Andau.
So gegen 22.00 Uhr kamen wir in der Baumhöhgasse 23 an.
Meine Schwester wurde aber schon Tage davor über mein kommen informiert.
Kein Wunder, das auch mein Schulkamerad der Gruidl Leonhardt anwesend war.
Den Hasen, den er bei der Fahrt nach Andau überfahren hatte, wollte mir der humorvolle freundliche Fahrer für den ersten Braten in der Freiheit da lassen. Nach der Begrüßung saß ich eine Weile wie versteinert da ich hatte wohl noch immer nicht ganz begriffen, dass ich ein freier Mensch bin.
Nun hat aber der Leonhardt sich angeboten mir morgen Abend das Dorf Andau zu zeigen.
Er holte mich von meiner Schwester ab und wir gingen eine weile, da fragte ich ihn: „Dürfen wir eigentlich überall hingehen?“ Er lachte hell auf und sagte: „Josef Du bist jetzt frei und kannst überall hin und kannst machen was du willst.“
Heute nach so langer Zeit kann ich selber nicht mehr den höheren Sinn des Lebens in Freiheit so schätzen wie damals bei den ersten Schritten als freier Mensch.
Ich lernte bald die Freiheit zu genießen durch den Kontakt der Andauer.

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