Am nächsten Tag kam ich nach Löchgau zu meiner Mutter. Mein Entschluss hier zu bleiben stand fest, also meldete ich mich am nächsten Tag in Löchgau im Rathaus an.
Nun wusste ich hier gehöre ich hin, mir sind keine Hände mehr gebunden und ich begann mich mit einer Selbstsicherheit am neuem Leben zu orientieren. Ich nahm Kontakt auf zu meinen Spätheimkehrer Kameraden auf, denn bei der Bemühung um die Anerkennung als Spätheimkehrer in Stuttgart in der Rotebühlstraße brauchte ich sie als Zeugen. Bei der Suche nach einem Arbeitsplatz hatte ich Anfangs Probleme. Bis ich endlich den richtigen Arbeitsplatz bei Mann + Hummel bekam. Zwischenzeitlich bekam ich meinen Spätheimkehrerausweis.
Die Bemühung von Dr. Leber und den Zeugen, die Kameraden, die ich bei dem so kritischen Beamten benannte haben sein Mistrauen beseitigt. Kurz darauf stellt ich auch schon einen Antrag auf Spätheimkehrer Entschädigung. Im August 1954 bekam ich auch schon meine 4000 Mark.
Obwohl mein Anfangsverdienst nicht besonders war, beschloss ich damit meine Anschaffungen zu tätigen und das Entschädigungsgeld nützlich anzulegen. Durch einen Bausparvertrag mit Ziel vielleicht eine Wohnung oder ein eigenes Haus zu bauen. Der Arbeitsplatz vom 15. Juni 1954 war sogar mit Schichtarbeit verbunden, so dass ich sehr froh war, als man mir im September 1954 die Stelle als Kontrolleur verbunden mit einer Lohnerhöhung angeboten hatte.
Der Stundenlohn betrug jetzt 2,10 Mark die Stunde. Mit Hilfe von Überstunden konnte ich jetzt meine Bausparrate regelmäßig zahlen. Meine meisten Spätheimkehrer Kameraden hatten schon fest Freundinnen oder einige waren zu Weihnachten 1954 schon verheiratet.
Zum Jahresanfang 1955 lernte ich auch meine jetzige Frau kennen. Ein Treffen zu den Osterferien und ein darauffolgender Urlaub zu Pfingsten in Oberbayern genügte um den Entschluss zu kommen, dass man am 24. September 1955 in Bayern heiratet.