start
übermich
fotos
gästebuch

Der Stellungsschacht lag etwa 50 Meter neben dem Ort an dem ich auf die anderen Soldaten getroffen war und der aussah wie eine Werkstatt. Beim abwechseln mussten wir auf dem Boden robben, da wir durch einen aufrechten Gang zur Zielscheibe geworden wären. Die Donau war nur 250 Meter breit und die feindlichen Schützen lagen am anderen Donauufer. Die meiste Zeit in diesem Schacht verbrachte ich mit Schlafen, denn wenn ich Nachts frei hatte, verfolgte ich die Flugzeuge die Verpflegung und Munition brachten. Leider wurden viele abgeschossen nachdem sie von den Russischen Scheinwerfern entdeckt wurden.
Wenn man bedenkt, dass über zwei Millionen Menschen schon wochenlang ohne Verpflegungsnachschub leben mussten und nur auf diese Verpflegungsbomben warteten, war die Chance gering davon etwas abzubekommen. Der 1x1 Meter große Sperrholzbehälter war sehr schnell geplündert. Nicht nur deutsche und ungarische Soldaten warteten auf die Verpflegungsbomben sondern auch Zivilisten. Einmal hatte ich das Glück ein paar Kekse zu ergattern.
Immer wenn ich ein paar ungarischen Soldaten begegnete, hatte ich die Hoffnung mein Bruder könnte dabei sein. Ich hätte mich gerne von ihm leiten lassen, denn er hatte ja durch seine sechsjährige Militär und Kriegsdienstzeit viel mehr Erfahrung als ich. Ich kam mir sehr verloren vor, da ich ja nun auch meine Kameraden nicht mehr hatte. In meinem Kontrollschacht hatte ich neben dem MG 42 auch viel Zeit zum Nachdenken.
Nur am Abend, wenn von der anderen Seite der Donau der alte Kameradenmarsch erklang wurde mir anders. Nach diesem Marsch erklangen die Lautsprecher: „ Liebe Kameraden, wie ihr wisst seid ihr eingekesselt und es gibt für euch keinen Grund mehr weiter zu kämpfen. Darum ergebt euch und bringt eure Kochgeschirre mit denn es gibt für euch gleich was zu essen.“

01
02
03
04
05
06
07
08
09
10