12.Februar 1945
Die Gefangenschaft beginnt!
Als ich das Haus verließ, sah ich eine mehrere hundert Meter lange Kolonne von Soldaten.
Am Straßenrand, dicht nebeneinander die Russen.
Als die Kolonne stoppte, weil immer wieder noch Soldaten aus den Häusern kamen, sah ich das es vorne schwere Schläge mit dem Gewehrkolben gab. Ich schlich mich in die Mitte der Fünferreihe und hatte Glück. Ich glaube , die wurden schon müde vom vielen zuschlagen.
Wir wurden auf einen größeren, freien Platz geführt, auf dem wir Übernachteten.
Am nächsten Morgen ging es los. Zuerst wurden wir gefilzt. Was sie am Vortag nicht fanden, wurde jetzt nach einer gründlichen Kontrolle weg genommen.
Wir wurden gezählt. Dann zogen etwa 1000 Mann unter strenger Bewachung ins Ungewisse.
Nach zwei Tagen kamen wir in ein Sammellager. Hier gab es das erste Brot und Suppe. Danach ging es weiter.
Wir übernachteten im freien auf einem Acker. Wie die Schafe, nur rundherum bewacht.
Wir marschierten zirka 25 km pro Tag. Uns kam immer wieder russisches Militär entgegen. Einmal ließen sie die Kolonne stoppen.
Die Russen sprangen von ihren Fahrzeugen ab und durchsuchten uns in der Kolonne.
Ich hatte gute Offiziersstiefel an, die mir einer der Russen von den Füßen zog und mir dafür seine russischen Schuhe da ließ. Weil die aber nicht nur kaputt, sondern auch viel zu klein waren, musste ich sie vorne aufschneiden.