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Hier im Lager kam ich auf eine Art Scheunendachboden, zu den anderen Ruhrkranken.
Also isoliert von den gesunden. Die warme Märzsonne erhitzte den Dachboden tagsüber so sehr, dass mir sogar nachts die Wärme zu Gute kam. Dann war es aber bald soweit, dass ich das dreifache an Suppe hätte essen können.
Ich merkte zwar , dass die Kameraden die so um mich herum lagen zum Teil ihre Suppe nur zur Hälfte aßen, aber da ich selbst noch nicht ganz von der ansteckenden Ruhr geheilt war, traute ich mich nicht deren Restsuppe zu essen.
Ich sehnte die Besserung herbei, da ich jetzt begann, alles besser zu verfolgen. Ich sah, wie man die in der Nacht verstorbenen vom Dachboden hinunter brachte.
Man brachte aber auch immer wieder neu erkrankte herauf.
Diesen Vorgang, kranke die Treppe rauf, tote die Treppe runter, wollte ich nicht mehr länger ertragen.
Inzwischen war ich schon zwei Wochen auf dem Dachboden und hatte endlich die Kraft mich da oben umzusehen.
Am hinteren Ende entdeckte ich eine senkrechte Leiter nach unten. Ich musste nicht lange überlegen. Als ich zu meinem Platz zurückkam fing ich sofort an meine Habseligkeiten einzupacken. Als es dunkel war, schlich ich mich nach hinten zu Leiter. Nun war ich im Lagerhof. Es bewegte sich nichts mehr, alles schlief.
Im Freien wollte ich nicht schlafen so wie die meisten anderen. Vor dem Gebäude in dem die Toiletten waren, zwang ich mich zwischen zwei Kameraden nieder.
Die Beiden meckerten zwar, aber gegen Morgen waren wir drei froh, dass wir so eng beisammen lagen.

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