Jetzt waren wir schon einige Tage unterwegs und es kamen immer noch weitere Gefangene zu unserer Kolonne dazu. So kam es, dass ich eines Tages den Ritter Michel und den Pozsgai Stefan, die ich aus unserer Heimat in St. Peter kannte, in unserer Kolonne entdeckte. Von da ab blieben wir natürlich zusammen.
Der Stoff von meinem Mantel den ich mir um die Füße gewickelt hatte war bald vom marschieren zerfetzt. Diese letzten Tage bis zum Lager ( zirka 30 km pro Tag) legte ich fast barfuß zurück. Es war schon Ende Februar.
Nachdem ich schon tagelang nichts mehr gegessen hatte, weil ich die Ruhr hatte, konnte ich fast nicht mehr gehen.
Es wurde Dunkel und wie immer stand die Übernachtung im freien bevor. Ich konnte nicht mehr bis zu dem etwa 200 Meter entfernten Strohhaufen gehen. Der Ritter Michael wusste aber dass der Pferdewagen mit den Kranken nicht mehr da war und wahrscheinlich sah er keine Chance mehr für mich. So schleppte er mich mit seiner letzten Kraft zum Strohhaufen, den sich inzwischen 1100 Mann wild teilten.
Der Schnee war am schmelzen und überall auf dem Feld stand das Wasser. Die Kameraden schimpften natürlich als der Michael Ihnen das Stroh unter dem Kopf herauszog und mich ins warme Stroh legte.
Am nächsten Tag hatte ich wieder so viel Kraft, dass ich es bis zum nahliegenden Lager Baja schaffte. Die warme Suppe sorgte dann dafür, dass es wieder langsam aufwärts ging.
Ich begann nachzudenken über Sätze wie: “ Die Kameraden sind in Stalingrad gefallen“
Ich stellte das Gegenteil fest.