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Doch eines Tages, es war schon Anfang September hieß es abends wie üblich: „Alles raustreten zur Zählung, aber alles mitnehmen.“ Vor dem Lagertor standen schon einige russische Offiziere und Soldaten. Wir wurden gezählt und danach gab der Lagerkommandant eine Erklärung ab. Nämlich, dass man die zwei Gefangenen die vor 5 Wochen geflüchtet sind, an der tschechischen Grenze erwischt habe. Er machte darauf aufmerksam, dass jeder der flüchtet, erwischt wird.
Wer also versucht zu fliehen wird von den Wachposten erschossen.
Diesen Schrecken jagte er uns wohl deshalb ein, weil es schon dunkel wurde. Wir fuhren ca. 30 km und kamen in Cubujiv,einer kleineren Stadt, 30 km vor Charkov an. Als wir nach mehrmaligen Zählen ins Lager gingen, stand plötzlich eine Kirche vor uns, als wir hineingingen stellten wir fest, dass hier schon die gleiche Menge Gefangener waren. Die bereitgestellten 3 - 4 stöckigen Holzpritschen waren schnell von uns belegt. Am nächsten Tag marschierten wir runter zum Donez Fluß.
Dort sollte eine Brücke über den Fluß gebaut werden. Als ich am zweiten Tag abends ins Lager kam sah ich den Lagerarzt von Kaminarogan. Bald darauf hörte ich meinen Namen ausrufen.
Ich meldete mich bei dem Deutschen Lagerkommendanten. Er befahl mir meine Sachen gleich mitzunehmen. Am Algertor empfing mich der Arzt und wir fuhren mit seinem Jeep zurück nach Kaminarogan.
Ich staunte nicht schlecht. Als ich ins Lager kam waren etwa 400 japanische Kriegsgefangene da. Der Arzt machte mir klar, dass ich morgen zusammen mit einem Japaner Wasserfahren musste.
Man hatte mich extra dafür wieder zurückgeholt. Mit meinem bisschen russisch versuchte ich eine Verständigung zu meinem zugeteilten japanischen Unteroffizier herzustellen. Denn japanisch konnte ich kein Wort.

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