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Inzwischen war es Winter geworden und auf dem Heimweg, (dem Heimweg vom Strassenbau wir waren so ca. 100 Mann), kamen wir an einen abgeernteten Krautfeld vorbei. Einige vor mir sprangen ins Feld um Krautstengel zu holen. Die Wachposten schrieen natürlich Nasadj (zurück). Ich dachte die Frau als Posten und der etwas ältere am Ende der Kolonne werden wohl nicht so streng sein. Hunger hatte ich also sprang ich auch in den Acker um so einen Krautstengel zu holen. Ein Geschrei und einen Schuß in die Luft und ich hatte nichts und musste umkehren. Ich wollte wieder zurück in die Reihe, doch vorher bekam ich von der Frau mit dem Gewehrkolben einen Schlag ins Gesicht.
Sie schrie und schimpfte dabei. Sie befahl aber sofort zwei anderen Kameraden mich vom Boden hochzuziehen und weiter zu marschieren. Es war nicht mehr weit bis zum Lager. Die Kameraden führten mich gleich zum Sanitätsraum.
Der Wehrmachtsdoktor hat mich verarztet und meinen lockeren Zahn hatte er mir nach dem Suppenessen hochgebunden. Wie es ihm gelang mir den vorderen oberen Zahn noch zu retten, ist mir bis heute ein Rätsel. Der Zahn blieb zwar dunkel aber er wurde wieder fest und hielt noch 43 Jahre lang. Das schlimmste war die Kälte und der Hunger. Deswegen war auch der Gedanke an die Heimat oder Entlassung nicht an erster Stelle.
Es war kurz vor dem zweiten Winter. Von meinem Arbeitsplatz unten am Donez ging ich wieder einmal ein Risiko ein. Ich nutzte die Gelegenheit, als der Posten sich am Feuer wärmte, mit einem angefreundeten Kameraden im Dunkeln zu verschwinden. Wir kamen mit ein paar Zuckerrüben zurück. Aber sie roh zu essen war nicht das Beste. Ich bekam Magenscherzen davon. Wir beschlossen sie in Stücke zu schneiden und in meinem 2 Liter Wehrmachtskochgeschirr zu kochen. Auch die Russen kochten immer wieder etwas auf dem Feuer, denn Sie hatten ja auch Hunger. Sie hatten mich beobachtet wie ich die Zuckerrüben auf das Feuer getan habe.

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