Für die Vorbereitungen zum asphaltieren der Strassen mussten wir eine Grube machen. 50 x 30 m und ca. 1,40 tief. Danach füllten wir die Grube mit Teer, der im Winter mit Papiersäcken angeliefert wurde. Im Sommer ist dann dieser Teer weich und flüssig geworden. Wir gingen deswegen erst abends zur Teergrube, denn man konnte ihn nur nachts heraushacken, wenn er abgekühlt war.
Die Arbeit war deswegen so schwer, weil in der Abendzeit der Teer noch sehr zäh war. Nur gegen Morgengrauen wurde er etwas härter.
Dafür ließ die Kraft auch sehr nach. Diese Arbeit 12 Stunden lang bei diesem Hunger war kaum auszuhalten. Brennessel war noch das Einzige was in der Nähe war, aber leider keine Kochgelegenheit und so beschloss ich eines Nachts etwas zu riskieren.
Ich schlich mich unauffällig vom Arbeitsplatz und entdeckte in der Nähe eine Art Schrebergarten. Mit ein paar Kohlrabi und ein paar Mohrrüben kam ich bald wieder zurück und die Posten merkten nichts, aber ein gleichaltriger Kamerad aus Berlin entdeckte meine Beute.
Am nächsten Tag ging ich natürlich wieder los, aber der Otto wollte mit mir mitgehen. So gegen 2.00 Uhr Nachts als die Posten ein wenig eingenickt waren, gingen wir los.
Es war sehr ruhig, denn die Russen die dort in der Nähe immer sangen, hörte man nur so bis Mitternacht. Ich fand mich im Dunkeln schon besser zurecht als er und im Nu hatte ich ein paar Rüben und nichts wie ab, denn ich hörte etwas.
Ich rannte was ich konnte.
Als ich in den Sträuchern war blieb ich einen Moment stehen, denn ich hörte schon ein Geschrei und ich dachte mir den Otto aus Berlin haben sie bestimmt erwischt. Unauffällig schlich ich mich zu meinem Arbeitsplatz zurück.