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Zwei Jahre später im Dezember 1949 wurde mir klar warum man mich unbedingt bei der Totenkopf Division haben wollte. Denn im Lager 5 in Stalingrad wurden täglich einige zu 25 Jahren wegen der SS Zugehörigkeit verurteilt. Außer mir wurden noch mehrere zu Verhören geholt. Man hatte aber den anderen gegenüber nie etwas erzählt, denn man konnte nicht jedem Kameraden trauen. Denn man wusste nie genau, wer durch die Verhöre zum Spitzel gemacht wurde. Druckmittel gab es genug, entweder durch den Karzer, oder das Gegenteil mehr Essen bessere Arbeit. Brigadier zu werden oder sogar durch das Versprechen früher nach Hause zu fahren. Da ich niemanden kannte, der etwa von meiner Einheit oder ein Landsmann war, hatte ich mich mit dem Rössler Karl angefreundet.

Er war aus Köln und diente bei der Luftwaffe. Man musste immer wieder die Arbeitsplätze wechseln und konnte nicht immer mit einem guten Kameraden zusammen sein.

Als ich im Herbst 1947 die erste zugeteilte Karte zum Nachhause schreiben bekam, musste ich lange überlegen an wen ich sie schreiben soll. Ich dachte mein Bruder ist womöglich auch in Gefangenschaft oder Tod. Ich weiß es heute noch nicht warum ich gerade meiner Schwester nach Andau, Österreich geschrieben habe. Auf jeden Fall war es das richtige, denn ich bekam bald darauf Antwort. Sie schrieb mir es war richtig, dass ich ihr geschrieben habe, denn in St. Peter ist niemand mehr. Es wurden alle ausgewiesen nach Deutschland oder Österreich. Meine neue Heimat wird also Österreich sein. Ich gab dies bei der Lagerleitung an.

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