Da kam der eine her und nahm mein Kochgeschirr vom Feuer, öffnete es, leerte die Zuckerrüben weg und nahm mein Kochgeschirr mit. Dass war für mich ein großer Verlust, denn ohne Kochgeschirr bekomme ich ja kein Essen. Bald darauf konnte ich mir eine ¾ Liter Konservenbüchse besorgen. Ich tröstete mich, denn die meisten hatten nichtmal mehr das. An meinen Verlust hatte ich nicht mehr gedacht.
Nach einem Jahr, waren wir schon am Pfeiler betonieren und hatten wieder Nachtschicht.
Der Donez war zugefroren und mein Freund, der Rössler Karl aus Köln, und ich verschwanden über das Eis auf das andere Ufer des Flusses. Hier arbeiteten Pioniere und Zivilisten an den Betonierarbeiten. Weil hier nur am Tage gearbeitet wurde, mußte das Baumaterial ( in der Hauptsache Holz) Nachts bewacht werden. Die kleine Bauhütte war innen mit einer Karpidlampe beleuchtet. Wir dachten vielleicht gibt es hier etwas zu organisieren. Ein Blick durch das kleine Fenster und ich sah wie der Wachposten schlief. Das Gewehr zwischen den
Füssen und mit dem Kopf lag er auf dem Tisch. Weil aber der Tisch und die Lampe so dicht am Fenster waren, konnte ich genau erkennen das dieses Kochgeschirr auf dem Tisch meines war.
Mir lief es heiß und kalt über den Rücken, denn mein Entschluss kam sofort.
Ich muss dieses, mein Kochgeschirr wieder haben. Der Karl riet mir von meinem Vorhaben ab, aber als ermerkte wie entschlossen ich war, machte er natürlich mit. Ganz leise öffnete ich die Tür, schlich mich bis zum Tisch vor und nahm das Kochgeschirr. Falls er jetzt wach werden würde sollte ich ganz schnell zur Tür rennen und Karl sollte sie hinter mir zuschlagen.
Aber das war nicht nötig, denn der Mann schlief sehr gut. Die Beute war groß, denn das Kochgeschirr war halb voll mit Kascha Hirsebrei. Jetzt aber nichts wie zurück über das Eis zu unserem Arbeitskommando.