Mir ging es jetzt noch besser als vorher. Ich bekam hin und wieder einen Schlag Reis vom japanischen Koch, wenn wir die Küche mit Wasser versorgten. Bei der Wasserverteilung für die Gefangenen versuchten immer wieder welche mich zu bestechen, indem sie mir Seife oder sogar weiße Socken in den Wagen legen. Natürlich musste ich denen unauffällig einen Schöpfer Wasser zusätzlich geben. Sie hatten auffallend viel Durst, weil sie in Salz eingelegte Aprikosen die man Ihnen bei der Kapitulation nicht abgenommen hatte aßen. Als einziger Deutscher war ich bald beliebt bei den ehemals verbündeten Kameraden. Sie mussten zwar die gleiche Arbeit machen, die wir Deutschen vor Ihnen gemacht haben, aber als Sie abends in Lager kamen waren sie noch kaputter als wir. Die schweren Steine entladen, und den Steinbrecher zu bedienen fiel Ihnen deswegen so schwer, weil sie die Arbeit nicht gewohnt waren. Ihre Verpflegung war nur Reis, aber trotzdem nahrhafter als der halbe Liter Suppe 3x am Tag und die 500g Brot, die wir deutschen bekamen. Das bekam ich zwar auch, aber zusätzlich öfter Reis. Ich brauchte nicht zu hungern und war doch froh, dass ich nicht geflüchtet bin, den wer weiß wie das ausgegangen wäre.
Ein paar Wochen waren vergangen, der Japaner war eingelernt mit den Pferden und mit dem Wasser umzugehen. Und mich hatte man nach Cugujev zu den anderen Deutschen gebracht. Hier wehte natürlich ein anderer Wind. Am Donez und am Kadettenberg, der wegen des Straßenbaus abgetragen werden musste, gab es leider nichts Zusätzliches zu organisieren.
Die Norm musste erfüllt werden, bei diesen schweren Erdarbeiten. Aber auch auf der Straße Richtung Charkov, also am Straßenbau, war die Arbeit schwer. Vor allem der weite Weg zur Baustelle morgens und abends.