Der viele Regen im Spätherbst hatte den Boden sehr aufgeweicht und ein Lastwagen blieb wieder stecken. Wir mussten wie schon so oft wieder schieben , damit der Lkw aus dem Schlamm herauskam. Beim durchdrehen der hinteren Reifen wurden die untergelegten Hölzer nach oben geschleudert. Dabei traf mich so ein Holz und schlug mich zu Boden, so dass ich mit meinem linken Bein unter den Reifen kam.
In diesem Moment muss der Reifen gegriffen haben, denn er fuhr mir über meinen linken Schenkel. Auf diesem Lastwagen brachte man mich gleich ins Lager. Später stellte ich wieder fest, ich hatte zu diesem Unglück noch Glück.
Weil das Lager für solche Fälle nicht gerüstet war, kam ich bald darauf mit ein paar anderen Kranken in ein Zivilkrankenhaus. Hier war ich in guten Händen und weil ich der Jüngste war wurde ich der Lieblingspatient der Ärztin. Ich hatte mich bald von meiner Verletzung erholt und begann mich nützlich zu machen. Hier waren neben den verschiedenen Kameraden sogar Stabsoffiziere als Patienten. Einige hatten schon ein hohes Alter und waren sehr krank.
Ich half bei der Betreuung der anderen Kranken mit. Das gefiel der Stationsärztin sehr und sie ernannte mich bald darauf zum Zimmer-Sanitäter. Jetzt war ich bemüht natürlich das Beste von mir zu geben und scheute auch nicht das Unangenehmste. Denn ich wollte nicht so schnell wieder in das Arbeitslager zurück. Jetzt, inzwischen war es Februar 1948, hatte die Ärztin auch von unserer Abteilung einige für den nachhause Transport bestimmt, darunter war auch ein Berliner. Aber als es soweit war, kam die NKWD und überprüfte die Kameraden. Dabei wurde bei dem Berliner die Blutgruppe unter dem Arm festgestellt (also SS) und er musste hier bleiben. Der Transport sollte in den nächsten Tagen gehen. Er war sehr verzweifelt und schluckte am gleichen Abend noch Drahtklammern, die er aus dem Eisenbett abmontierte (also Selbstmordversuch).