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Es war ein Sammellager. Von den übrigen Lagern kamen die Kriegsgefangenen hierher. In diesem Lager fanden Tag und Nach Verhöre statt. Ich wurde noch nicht aufgerufen und musste gleich wieder zu Arbeit. Die zu dieser Zeit größte Baustelle in Russland war der Wolga Don Kanal. Zum Glück kam ich nach ein paar Tagen von dieser schweren Erdarbeit weg und kam in den Roten Oktober um Aufräumungsarbeiten zu machen.
Hier in einer der größten Eisen giesserei Russlands wäre ich gerne geblieben, aber es dauerte nur ein paar Tage. Dieser ständige Wechsel war deswegen weil täglich welche zu den Verhören mussten. Bei diesen Verhören wurde entschieden, ob einer schon am Tag darauf nachhause fuhr oder ob er verurteilt wurde auf 25 Jahre und bald darauf mit den Lkw abtransportiert wurde. Jetzt konnte man schon gut erkennen, dass von den 10 000 Mann vielleicht nur noch die Hälfte hier waren. Es war jetzt so das täglich ca. 30 NkWD -Offiziere morgens mit den Studebaker Lkw zu den Verhören ins abgeteilte Lager kamen.
Inzwischen ging fast täglich ein Transport nach Hause, aber die anderen täglich zur Arbeit. Ich konnte mich mit keinen Kameraden so richtig anfreunden durch diesen ständigen Wechsel. Nun landete ich im Traktorenwerk. Die Erdarbeit hier war auch schwer. Man konnte nur mit dem Pickel die Löcher für die Fundamente machen. In diesem Werk wurden während des Krieges Panzer gebaut und es hatte auch einiges von der Schlacht um Stalingrad abbekommen.
Im Lager wurden die Baracken von Tag zu Tag leerer und deshalb war es auch kälter. So versuchte ich auch Holz von der Arbeitsstelle ins Lager zu schmuggeln. Unter meinem dicken Mantel hatte ich es gut verstaut. Doch vor dem verlassen des Werkes stand plötzlich der Wachposten da und fing an zu kontrollieren. Mein alter Trick vorne zu stehen war dieses Mal falsch. Der Bullige Iwan trat auf mich zu und sagte: „Sto etto?“ Was ist das unter dem Mantel. Ich überlegte und sage ein Traktor. Ich dachte wegen so ein paar Bretter und sowieso jetzt vor der Entlassung diese blöde Frage.

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