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Weil sich dieser Vorgang schon wiederholt hatte. Weigerte sich der Chefarzt ihn zu operieren, obwohl von Moskau der Befehl kam ihn zu operieren. Da erklärte sich die junge Ärztin bereit ihn zu operieren. Es war schon erstaunlich was diese hübsche Frau aus Sibirien mit ihrem freundlichen Wesen für eine raue Natur hatte. Ich konnte das miterleben, als ich einmal mithelfen musste beim Sezieren der Leichen.

Der Sanitäter aus München und ich waren dieses mal auch dabei, weil man die Toten auf den Tisch legen musste. Das etwas größere Gartenhaus stand am ende des Gartens. Ich hatte zwar schon mit Toten zu tun, aber trotzdem wollte ich bei der Aktion nicht zusehen. So stand ich draußen vor der Tür und guckte ab und zu durch das Fenster, wie die Zwei da drinnen einen Toten öffneten. Sie tat es nur aus wissenschaftlichen Gründen und konnte dabei noch freundlich über mich lächeln, weil ich es vorzog draußen in der Kälte zu stehen, als ihr bei der Arbeit zuzusehen. Der andere Sanitäter hatte eiskalt mitgeholfen. Er war einiges älter als ich und hatte durch Kriegsjahre als Sanitäter viel mit toten und Verwundeten zu tun. Inzwischen war die Entscheidung zwischen ihn und dem Chefarzt (Maschmet) gefallen, dass sie den Berliner noch einmal operiert.

Etwa vier Wochen später als ich schon im Arbeitslager Charkov war, hörte ich das er auf dem Heimtransport gestorben sei. Auch meine schöne Zeit ging zu Ende, den die jüdische Lagerärztin holte mich und noch ein paar arbeitsfähige nach Charkov ins Arbeitslager. Bei der Ankunft im Lager empfahl die Ärztin mir ich solle mich gleich bei dem Leiter der Jugend Antifa melden.
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