In dem Lager wurde in Schichten gearbeitet und mein Vetter war gerade in der Spätschicht von 14 Uhr bis Mitternacht. Als ich am nächsten Morgen vor seiner Holzpritsche stand, musste ich ihn vom seinem tiefen Schlaf wecken, denn ich musste auch gleich zur Arbeit.
Wie groß die Wiedersehensfreude war, kann ich leider nicht beschreiben. Denn er wusste auch nichts von mir, ob ich gefallen oder in Gefangenschaft oder zuhause bin. Auf jeden Fall hatte ich dann durch ihn sowie durch die anderen Landsmänner Hautzinger Paul und Harrer Friedel mehr aus der zukünftigen neuen Heimat, wohin die St. Peterer vertrieben wurden erfahren.
Nicht nur das ich durch den ausbezahlten Verdienst mehr zu Essen hatte, sondern auch seelisch und moralisch hatte ich mich erholt.
Eines Tages kam die Parole auf, wir Kriegsgefangenen werden aus der Hauptproduktion genommen, weil wir in diesem Jahr noch nachhause entlassen werden.
Kurz darauf war es soweit die Russen übernahmen die Hauptproduktion und im nächsten Monat fiel die Fertigung von 60 Maschinen auf 45 Maschinen zurück. Die eingearbeiteten Kriegsgefangenen waren nicht so leicht zu ersetzten. Ich selber behielt meinen Arbeitsplatz.
Mein bayrischer Kamerad der ja Schmied von Beruf war und ich mussten weiter unsere vorgeglühten U Profile auf einer Maschine biegen und dann an Hand einer Schablone ausrichten .
Diese schwere Arbeit machte mir nichts aus. Hauptsache ich bekam ja dafür Geld und konnte mir Brot und Margarine kaufen. Und das ging etwa drei Monate so, bis es eines Tages wirklich soweit war mit der Entlassung nach Hause. Ein Transport wurde zusammen gestellt.
Mein Vetter Hans und meine anderen zwei Landmänner waren auch dabei. Ich war natürlich sehr traurig, dass ich nicht dabei war.