Während dessen badeten die beiden Fahrer in der Wolga. Wie erwartet kamen auch von meine Leuten ein paar mit der Bitte: „Frage doch die Posten, ob wir nicht auch baden dürfen.“ Sie erlaubten es sogar, aber es darf keiner weit hinausschwimmen. Ich versicherte ihnen, dass ich darauf achte, denn ich selber gehe auch Baden. Aber als wir mal im Wasser waren, habe ich mich selber nicht mehr daran gehalten. Wir hatten Probleme wegen der starken Strömung ans Ufer zu kommen. Aber hinterher waren wir froh einmal und dazu noch in der Wolga gebadet zu haben. Jetzt waren wir kaum eine Woche hier und ich bekam wie einige auch die Malaria. Die Lagerärztin hatte diese Krankheit gut im Griff, denn in Stalingrad war das durch das tropische Klima nichts Neues.
Nach meiner Genesung kam ich wieder zu meiner Brigade die inzwischen mein Schriftführer Walter führte. Bald darauf kam ein Arbeitsplatzwechsel. Ich musste mit der kompletten Brigade, 25 Mann, Schichtarbeit machen. Die Stammholzflöße die den Sommer über von Estland-Lettland auf der Wolga nach Stalingrad gebracht wurden, mussten noch vor dem strengen Winter nach oben befördert werden.
Unsere Schicht dauerte abwechselnd von 7.00 bis 19.00 Uhr oder von 19.00 bis 7.00 Uhr . Das Förderband das etwa ein Kilometer lang war, ragte nach ein paar Meter in Wasser hinein und wurde von den russischen Flößern bestückt. Wir aber waren auf der gesamten Länge verteilt. Die Holzstämme wurden von Frauen gekennzeichnet und den Durchmesser gemessen und wir wussten dann schon entweder in Bassin zu den Gattern oder auf den Stapel. Es war eine schwere Arbeit, vor allem 12 Stunden lang.
Obwohl ich selber nicht arbeiten brauchte, war ich am Ende müder als die anderen. Dass die Holzstämme an die richtige Stelle kamen und das Förderband ausgelastet war, dafür sorgte ich, denn das war auch mit unserem Verdienst verbunden.