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Er aber schrie, ja zeige dann den Traktor. Ich geb Dir gleich einen Traktor. Ich bekam links und rechts eine Ohrfeige und die Bretter musste ich von dem Tor ablegen. Dieses galt auch für die anderen, die Holz dabei hatten. Die Stimmung im Lager wurde anstatt besser immer bedrückender. Denn morgens kamen wir schon ins Zittern.

Es gab dreierlei Gründe dafür. Wenn der kam, der die Namen derer aufrief die zum Verhör mussten, der andere kam mit der Liste derer die nachhause durften, der Rest zu denen ich gehörte musste wieder zur Arbeit. Dieser tägliche Ablauf machte mich fertig. Am Ende blieb der immer kleiner werdende Haufen, wie wir es nannten zurück.
Wenn wir abends von der Arbeit kamen war des Lager leer. Die glücklichen waren auf dem Transport Richtung Heimat und die wegen der SS-Zugehörigkeit oder auch aus weiß Gott für Gründen Verurteilten waren bereits in den durch Stacheldraht getrennten Baracken.
Meistens blieben sie nur eine Nacht da, so dass wir keinen Kontakt mehr bekamen mit ihnen. Nur ab und zu konnte man einen Stein mit Zettel finden. Es stand fast immer dasselbe darauf.
Ich bin auf 25 Jahre verurteilt, bitte verständige meine Frau oder Angehörige mit Adresse usw. wenn ihr nachhause kommt. Die Pauschalverurteilungen auf 25 Jahre war Josef Stalins Werk, denn es galt auch für das eigene Volk, von dem zu dieser Zeit noch 1/3 in Unfreiheit lebte.
Er wollte mit dieser Methode darauf hinweisen, wie gütig er ist, wenn er diese auf 25 Jahre verurteilten Menschen nach wesentlich kürzerer Zeit durch die große Amnesty begnadigt.
Auch unsere verurteilten Kameraden wurden wie man heute weiß durch Konrad Adenauers verhandeln 1955 freigelassen. Doch nun zurück zu uns.

 

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