Da ich im Spätherbst bei der Holzarbeit an der Wolga ein Spitzenverdiener war und danach kaum Gelegenheit hatte die Rubel auszugeben, nutzte ich jetzt die Gelegenheit. Lebensmittel gab es leider nicht und unsere Begleiter (sage ich jetzt anstatt Bewacher) ermunterten uns jetzt, wo ihr bald nach Hause fahrt, müsst ihr euren Frauen und Freundinnen echtes russisches Parfüm mitbringen. Einige und ich auch dachten na ja, warum auch nicht und kaufte zwei Fläschchen, ein Hemd und einen Pullover, während dessen wurde uns erklärt, dass dieses moderne Kaufhaus zu Ehren der Kapitulation von Paulus erbaut wurde.
Er genoss ein großes Ansehen bei den Russen. Es wurde erzählt, dass er im Lager 2, wo ich früher war, einen Besuch machte. Nach unserem großen Einkauf marschierten wir wieder zurück ins Lager. Nun, dieses Skora Damei (bald Nach Hause) und dieser Einkaufstag, das kann doch nicht wieder gelogen sein. Darum machten wir auch unsere Arbeit brav weiter und hofften von Tag zu Tag.
Inzwischen war es Februar 1950. Eines Tages war es dann soweit. Das Wachpersonal gab sich locker und wir spielten mit Ihnen Schach während der Fahrt, sie verrieten uns sogar, dass wir nach Woronesch in ein Entlassungslager kommen. Das klang wieder alles sehr glaubwürdig, aber trotzdem registrierten wir, dass es darauf ankommt wie wir in Woronesch empfangen werden. Es gab zwei Möglichkeiten uns in Woronesch zu empfangen. Entweder mit aufgepflanzten Gewehren, dann wären wir wiederum auf die Lügen hereingefallen oder in einer ähnlichen lockeren Form wie wir bis nach Woronesch bewacht worden sind. Es war gegen Abend als der Zug in Woronesch anhielt. Unsere Blicke gingen sofort nach dem wartenden Wachpersonal, aber wir sahen keine, nur auf den wartenden Lkw stand je ein Posten oben. Schnell ging das Gerücht um, es scheint doch alles in Ordnung zu sein.